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Künstler
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erfahren.
Eda Zari
Von Luigi Lauer (WDR –Funkhaus Europa)
Eda Zari - "Statement"
Die
Künstlerin kommt aus Albanien und das ist bereits die erste kleine
Sensation. Hörenswerte albanische CDs waren bislang doch eher die
Seltenheit. Kein Wunder, wenn man die kriegsgeplagte Geschichte des Volkes
berücksichtigt. Dass die albanische Musik reich und voller Schönheit
ist, haben wir vielleicht vermutet, Eda Zari tritt nun aber den Beweis
an. Mit „Statement“ hat sie ihr Album betitelt und einen treffenderen
Titel hätte sie kaum wählen können. Es ist eine einzige
Liebeserklärung an die albanische Musik und setzt sich selbstbewusst
gleichberechtigt neben die anderen großen Musikkulturen der Weltmusik.
So ist „Statement“ letztlich vielleicht ein Pop-Album geworden
und man sucht heimlich, aber vergeblich in den Liner Notes den Namen Peter
Gabriel. Für Neugierige (wie mich) und Unwissende (wie mich) werden
im Booklet die wichtigsten albanischen Musikstile Iso und Kaba beschrieben
und natürlich auf der CD umgesetzt. Eda Zaris „Statement“
ist ein Appetizer. Die Frage „Führen Sie auch albanische CDs?“
könnte bald häufiger gestellt werden.
Von Chris Elstrodt ( Folker Magazine)
Auch musikalisch ist Albanien eine Primzahl, die sich nur durch die Summe
ihrer Einflüsse teilen lässt. Türkische und griechische
Musiken haben dort ebenso Spuren hinterlassen wie Pop aus Italien oder
Mundgeblasenes vom Balkan. Und es gibt die ausgefeilte Kunst des polyphonen
Gesangs.
Eda Zari, offizielle Kulturbotschafterin Albaniens, setzt noch einen drauf,
indem sie zusätzlich ihre klassisch geschulte Stimme und ihre Vorliebe
für modernen Jazz einbringt.
Das kann heiter werden? Genau. Denn gegen die traditionelle Schwermut
Albaniens setzt Eda Zari überwiegend auf heiter-beschwingliche Töne,
ohne Tiefgang vermissen zu lassen.
Jazzthing -magazine
Die Sängerin Eda Zari will mit "Statement", wie der Titel
gut gewählt lautet, Stellung beziehen - die variationsreiche Musik
ihres kleinen, zu oft vergessenen Landes Albanien nach außen tragen.
Das Ergebnis ist eine Musik im Spannungsbogen zwischen Tradition und Moderne:
auch eine mögliche Definition von sich entwickelnder, lebendiger
Weltmusik. Ein gelungenes, ausdrucksstarkes Statement.
Jazzdimension – Berlin
Dergestalt fest verwurzelt gelingt es der Musik, ohne das Gesicht zu verlieren,
auch die Musik der Moderne in Form englischsprachiger Texte und verpopter
Songs zu assimilieren. Noch immer ist das "Land der Bunker"
für uns Westeuropäer eine fremde Welt - gedanklich viel entfernter
als Bulgarien und Rumänien. Objektiv betrachtet liegt Albanien jedoch
sehr zentral und hat intensivste Musik zu bieten, die der seiner Nachbarn
in nichts nachsteht: Weltmusik im besten Sinne. Ihre Kraft bezieht diese
zum einen aus Eda Zari´s Gesang, der Melancholie und Tiefe besitzt,
zum Anderen aus der Bandkonstellation selbst.
Mehr Info über albanische Musik und die Musik
von Eda Zari im Web:
www.eda-zari.com
Ismail Kadare
Ismail
Kadare ist der wichtigste, auf jeden Fall aber der mit Abstand bekannteste
albanische Autor der Gegenwart. Er hat für sein Schaffen weltweit
viel Anerkennung und Ehrungen erfahren. Seine Bücher sind in alle
großen und noch eine ganze Reihe kleinerer Sprachen übersetzt,
er hat bedeutende internationale Literaturpreise gewonnen und ist Offizier
der französischen Ehrenlegion, und wenn jährlich die Vergabe
des Literaturnobelpreises ansteht, wird er immer wieder auf der Liste
der Kandidaten geführt.
Ismail Kadare wurde am 28. Januar 1936 im südalbanischen
Gjirokastra geboren, einer Stadt, die an die Hänge des Traums gebaut
zu sein scheint, als Sohn eines bescheidenen Gerichtsboten, doch mit einem
gebildeten und wohlhabenden Großvater mütterlicherseits. Über
Kadares Kindheit und die Stadt, in der er sie verlebte, möchte ich
hier nichts sagen, denn er hat sie selbst beschrieben, in seinem für
mich schönsten Roman »Chronik in Stein«.
Als in Albanien das kommunistische Nachkriegsregime errichtet
wurde, war
Ismail Kadare acht Jahre alt: er ist in dieses Regime, das er erlebt und
erlitten und mit dem er sich auseinandergesetzt hat, hineingewachsen.
Nach Talentproben schon im Schüleralter studierte er in der albanischen
Hauptstadt Tirana und dann für kurze Zeit am Moskauer Gorki-Institut
Literaturwissenschaften In den Sechzigerjahren war er vor allem als Lyriker
populär, während er heute diesem Genre angesichts eines Überangebots
mittelmäßiger Poeten im Osten und dem geringen Interesse an
Gedichten im Westen eher skeptisch gegenübersteht. Seinen eigentlichen
literarischen Durchbruch hatte Kadare 1964 mit dem berühmt gewordenen
und mehrfach (unter anderem mit Michel Piccoli und Marcello Mastroianni)
verfilmten Roman »Der General der toten Armee«. Zahlreiche
weitere Romane folgten, die schnell auch im Ausland Beachtung fanden.
Sein Ruhm im Ausland machte Ismail Kadare für das kommunistische
Regime, das seine Reputation für sich nutzen wollte, bis zu einem
gewissen Grad unantastbar, obwohl der er in seinem Schaffen zahlreichen
Einschränkungen und Zensurmaßnahmen unterworfen war. 1991 suchte
und fand Kadare mit seiner Familie aus Protest gegen die Verschleppung
der Demokratisierung durch den Übergangsmachthaber Ramiz Alia in
Frankreich politisches Asyl. Nach dem demokratischen Umbruch in Albanien
kehrte er in seine Heimat zurück, das heißt, er lebt in Tirana,
hat aber auch noch eine Wohnung in Paris.
Ismail Kadare ist fraglos ein sehr albanischer Schriftsteller.
Das hat ihm bisweilen den Vorwurf des Nationalismus eingebracht. Mag sein,
dass bei ihm in den letzten Jahren und Werken der Drang, ein nationaler
oder gar der Nationalschriftsteller zu sein, zur Überbetonung des
... sagen wir: patriotischen Elements geführt hat. Mit einem seiner
Kritiker setzt sich Kadare in einem langen Interview mit Alain Bosquet,
das in Frankreich als Buch erschienen ist, auseinander. Dieser Kritiker
hatte geschrieben: »Wenn es um seine Nation geht, ist Kadare so
blind wie Homer.« Eines möchte ich hier auf jeden Fall sagen:
Die Albaner passen in Kadares merkwürdige Welt. Ein Volk, das zweitausend
Jahre lang den Aufstieg und Fall von Reichen, Völkerwanderungen,
Kreuzzüge, Einfälle und Eroberungen überstanden hat, sich
in Blutrache zerfleischend die Kraft zur Abwehr nach außen aufbrachte,
das über zwei Jahrtausende hinweg seine Sprache ohne Schrift am Leben
gehalten hat, nur gesprochen, in Liedern, ein solches Volk bietet genug
Rätsel, denen es nachzugehen lohnt. Kadare hat dies getan, er hat
sich die Mythen und Legenden der Albaner vorgenommen, ihre Geschichte
und ihre Geschichten, manchmal mit Pathos, meist aber nüchtern und
ohne Beschönigung, und kommt zu interessanten, vor allem lesenswerten
Ergebnissen.
Bücherliste:
- Die Brücke mit den drei Bögen
- Der zerrissene April
- Chronik in Stein
- Der Schandkasten
- Doruntinas Heimkehr
- Der Palast der Träume
- Zwei Erzählungen
- Drei Trauerlieder für Kosova
- Plan eines Reiseführers
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